Nona Simakis
00:00:01: Hallo und schön, dass ihr wieder dabei seid.
00:00:03: Hier ist nun eure Teilzeitheilige!
00:00:06: Ich muss euch heute mal was erzählen denn ich hatte letzte Woche wirklich einen wirklich wirklich merkwürdigen Moment, obwohl eigentlich gar nichts passiert ist.
00:00:14: und vielleicht war genau das das Merkwürdige daran?
00:00:18: Also es hat etwas privat.
00:00:22: Mein Umzug ist beendet.
00:00:24: Endlich kann meine Sachen wieder finden.
00:00:26: Ich weiß inzwischen auch wieder einigermaßen, in welcher Schublade was liegt.
00:00:31: Und mein Leben besteht nicht mehr hauptsächlich aus Kartons und der ewigen Frage wo zum Teufel ich dieses oder jenes jetzt wieder hingepackt habe?
00:00:39: Also eigentlich gut würde ich sagen die Woche lief, ich lief alles lief!
00:00:49: Ich habe gearbeitet, habe versucht Sachen aufzuarbeiten wie liegen geblieben sind Ich habe viel geschrieben, ich habe unterrichtert, organisiert Termine gehabt Menschen getroffen Ja mich um meine verschiedenen Projekte gekümmert und eben mein ganz normales Leben gelebt.
00:01:08: Und dann saß ich irgendwann da und habe plötzlich gedacht Wo bleib' ich eigentlich?
00:01:16: Kennt ihr das wenn so eine Frage plötzlich auftaucht und man im ersten Moment gar nicht genau weiß warum sie ein eigentlich so trifft?
00:01:26: Denn es war ja nichts passiert.
00:01:28: Ich war nicht völlig erschöpft, ich hatte keinen Zusammenbruch, es gab kein Drama und ich kann auch nicht behaupten dass sich zu Hause alles alleine machen müsste.
00:01:36: ganz im Gegenteil wir teilen uns unser Leben und mein Lebensgefährte übernimmt vieles so das ich mich nun wirklich nicht hinstellen und erzählen kann ich würde hier völlig allein zwischen Einkaufstaschen Wäschebergen und Arbeit zusammenbrechen.
00:01:50: Nein!
00:01:51: So ist es überhaupt nicht.
00:01:53: Und deshalb Und genau deshalb hat mich diese Frage wahrscheinlich so beschäftigt.
00:01:58: Denn dieses, wo bleibe ich?
00:02:01: Hatte gar nicht unbedingt etwas damit zu tun dass ich zu viel für andere tue oder das mir irgendjemand zuviel aufleht.
00:02:10: es ging um etwas anderes.
00:02:13: Ich habe angefangen darüber nachzudenken wie viele verschiedene Bereiche mein Leben inzwischen hat und wie selbstverständlich ich inzwischen ihnen hin- und herwechsel.
00:02:24: Ich bin Mutter, natürlich auch wenn meine Tochter längst erwachsen ist und ihr eigenes Leben führt.
00:02:37: Ja, und wo bin ich eigentlich in diesem ganzen Geflecht?
00:02:51: Also, wüsste ich meine nicht.
00:02:52: Ich als Autorin oder Dozentin, Partnerin, Freundin auch nicht diejenige, die das nächste Projekt im Kopf hat, dass unbedingt noch umgesetzt werden möchte sondern einfach F. Und ja da wurde es tatsächlich ein bisschen schwierig denn darauf hatte ich keine schnelle Antwort.
00:03:14: Ich fand das ziemlich bemerkenswert, weil wir bei diesem Thema sehr schnell in eine bestimmte Richtung denken können.
00:03:20: Es heißt dann immer ja Frauen kümmern sich zu viel um andere übernehmen den ganzen Haushalt sind für alle da und vergessen darüber sich selbst Und natürlich gibt es das wahrscheinlich viel häufiger als es ausgeben sollte.
00:03:36: Aber bei mir wäre diese Erklärung in diesen Moment schlicht so einfach gewesen Denn was ist, wenn dein Leben gar nicht schlecht verteilt ist?
00:03:46: Was ist, wie niemand dich ausnutzt, wenn du viele Dinge freiwillig und gerne machst.
00:03:51: Wenn du deine Arbeit liebst, deine Beziehungen liebst aber trotzdem irgendwann bemerkst dass du dich selbst zwischen all diesen Dingen ein bisschen aus den Augen verloren hast?
00:04:03: Das finde ich viel spannender.
00:04:06: Kann man sich auch in Dingen verlieren die man liebt?
00:04:10: Vielleicht müssen es gar nicht immer Belastungen sein, die uns von uns selbst entfernen.
00:04:16: Es können genauso gut Aufgaben sein, wie wir gerne übernehmen – Menschen, die wir lieben, Ideen für die wir brennern und Projekte, die Wir unbedingt verwirklichen wollen!
00:04:27: Man geht von einem zum nächsten ist mit dem Prob schon wieder bei der nächsten Idee und merkt überhaupt nicht, wie lange man eigentlich nicht mehr gefragt hat… was man selbst gerade braucht oder wie es einem überhaupt geht.
00:04:43: Und ich glaube, das geschieht meistens nicht mit einem großen Knall.
00:04:48: Es gibt nicht diesen einen dramatischen Moment an dem plötzlich eine Stimme aus dem Himmel ruft.
00:04:53: Nonna nur zu deiner Information du hast dich übrigens selbst vergessen wäre praktisch passiert aber nicht.
00:05:02: Ja...es geschieht viel leiser Und vielleicht merkt man es gerade deshalb so spät.
00:05:07: Das Leben funktioniert ja, man funktioniert selbst auch.
00:05:12: Man macht Dinge die einen Freude bereiten ist mit Menschen zusammen, die man liebt entwickelt neue Ideen und hat vielleicht sogar das Gefühl ziemlich genau das Leben zu führen dass man doch führen möchte.
00:05:25: aber trotzdem taucht dann diese merkwürdige Frage auf wo bleib ich eigentlich darin?
00:05:33: Und genau da wird die Sache für mich philosophisch interessant, denn wir sagen ständig ich bin Mutter.
00:05:37: Ich bin dies.
00:05:39: Aber wenn man einmal genauer darüber nachdeckend sind das auch nur Beschreibungen dessen was wir in unserem Leben tun und welche Beziehungen wir haben.
00:05:51: aber sehen wir dass wirklich?
00:05:55: Ich bin nicht meine Rollern!
00:05:56: Ich habe diese Rollen und das ist für mich ein ziemlich großer Unterschied Denn wenn ich diese Rollen habe, dann muss es hinter all diesen Rollen ja noch jemandem geben der sie ausfüllt.
00:06:08: Also mich!
00:06:10: Und wer ist dieses Ich eigentlich?
00:06:12: Wenn für einen Moment niemand etwas von mir braucht, wenn kein Seminar vorbereitet werden muss, kein Text geschrieben werden will, keine neue Idee schon wieder an die Tür klopft und ich einfach nur da bin.
00:06:25: Wer bin ich
00:06:26: denn?!
00:06:29: Und vielleicht ist das die eigentliche Frage, die mich letzte Woche so hart erwischt hat und vielleicht geht es deshalb bei dem was wir so gerne selbst für Sorgen nennen auch gar nicht erst zuerst darum was wir für uns tun.
00:06:42: Vielleicht beginnt es viel früher nämlich bei der Frage ob wir uns selbst in unserem eigenen Leben überhaupt noch wahrnehmen weil wir ja funktionieren und dass ur weg ist.
00:06:57: geschmiertes funktioniert ja alles gut.
00:07:04: Ich werde diese Frage jetzt einfach eine Weile mitnehmen und vielleicht nehmt ihr sie auch mit, ohne daraus gleich wieder eine neue Aufgabe zu machen.
00:07:11: Denn das wäre ja ganz wirklich komplett bescheuert!
00:07:14: Wo bleib ich eigentlich bei all dem was mein Leben ausmacht?
00:07:19: Und vielleicht ist die noch interessantere Frage vielleicht gar nicht mehr wo ich bleibe sondern wer dieses ich eigentlich isst dass da bleiben soll.
00:07:29: Und apropos bei sich selbst anfangen, ich habe mir jetzt tatsächlich mal etwas gegönnt und zwar amerikanische Chiropraktik.
00:07:35: Ich habe beschlossen mich im wahrsten Sinne des Wortes mal wieder gerade machen und anjustieren zu lassen und ich kann euch jetzt schon sagen das ist eine ziemlich interessante Erfahrung aber davon erzähle ich auch beim nächsten Mal denn ich glaube dass es eine ganz eigene Geschichte wird.
00:07:53: Ich hoffe, ihr konntet mir heute doch irgendwie folgen und mich würde wirklich interessieren.
00:07:58: Habt ihr euch diese Fragen auch gestellt?
00:08:00: Wenn alles rund läuft, ja funktioniert euch zu fragen wo ist euer ich geblieben?
00:08:07: daher bleibt heilig auf eurer art und bis zum nächsten mal eure teilzeit heilige.